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Erfahrungsberichte

Timo Lorenz

Aktive Saisons: 2014/15, 2015/16

Aufgaben: Bremse, Hinterradlenkung, Fahrerdatenauswertung, Werkstattleitung

 

Was waren deine Aufgaben?

Meine Aufgaben in den Konstruktionsphasen waren die Auslegung eines Bremssystems und die Entwicklung einer Hinterradlenkung. Während der Fertigungs- und Testphase hatte ich als Werkstattleiter einige organisatorische Aufgaben und war im Testteam verantwortlich für die Wartung sowie Datenauswertung im Bereich Fahrwerk. Außerdem konnte ich das Team als Fahrer und mit der Erstellung einer Software zur Rundenzeitanalyse unterstützen.

 

Was haben dir deine Erfahrungen bei KA-RaceIng für dein Studium und persönlich gebracht?

Bei KA-RaceIng habe ich mich deutlich intensiver mit einigen Bauteilen und der Fahrdynamik beschäftigt als in meinem bisherigen Studium. Ich konnte meine Ideen direkt im CAD umsetzen und war auch verantwortlich für die Fertigung, Montage und Wartung der Teile. Durch die Begleitung des gesamten Produktzyklus denkt man nun im Vorhinein schon an deutlich mehr kritische Punkte, die einem später begegnen.
Aber wie hole ich nun die beste Rundenzeit aus dem Fahrzeug? Und anhand welcher Fahrzeugparameter kann ich sehen wo es Potential gibt? Fragen wie diese helfen natürlich einen tieferen Einblick zu erlangen.
Nicht zuletzt sind auch viele Freundschaften und sehr prägende, emotionale Erinnerungen entstanden, die KA-RaceIng für mich zu weit mehr als nur einer Hochschulgruppe machen.

 

An welche Erinnerung denkst du im Besonderen?

Über zwei Saisons gab es viele Höhen, aber auch schwierige Momente. Besonders denke ich dabei an die Formula Student Germany 2016 zurück. Bei unserem Heimspiel passte alles zusammen und so stand ich vor der Aufgabe als einer der Fahrer den Endurance und damit die alles entscheidende Disziplin zu bestreiten. Fast punktgleich mit dem damaligen Weltranglistenführer aus Zürich und mit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte vor Augen war die Anspannung vor dem Start natürlich enorm hoch. Jedoch war die Belohnung im Nachhinein mit dem Sieg umso schöner und es macht mich unglaublich stolz etwas dazu beigetragen zu haben.

 

 

Raphaela Bihr

Studiengang: Wirtschaftsingenieurwesen

Aktive Saisons: 2009-2011

Aufgaben:

  • Eventorganisation
  • Public Relations
  • Businessplan
  • Subteamleitung Organisation
  • Gesamtteamleitung

 

 

Was hat dir Formula Student für deinen beruflichen Werdegang gebracht?
Wer zwei oder mehr Jahre bei KA-RaceIng voll engagiert dabei ist, der ist ein Top-Absolvent, egal wie viele Semester er am Ende gebraucht hat oder wie die Noten aussehen. KA-RaceIng hat mich fachlich und persönlich weitergebracht, hat mich selbstbewusster gemacht und nicht zuletzt ist man nach mehr als drei Jahren im Team auch mit sämtlichen Personalern per Du. Einfacher geht es beim Berufseinstieg nicht mehr – ich hatte die freie Auswahl und habe auch noch jetzt im Berufsleben einen Vorsprung gegenüber anderen Einsteigern.

Was waren deinen größten Herausforderungen die du bewältigen musstest?
Eine riesige Herausforderung für mich war die Saison 2010 – wir hatten es zu Beginn versäumt, klare Ziele zu definieren und die Meinungen der Subteamleiter gingen immer mehr auseinander: Endlose Diskussionen, auch Streit, bis spät in die Nacht, noch kurz vor den Events kein gemeinsamer Kontext und zu engstirnig, um Hilfe von Alumni anzunehmen– das hat an meinen Kräften gezehrt und ging mir persönlich sehr nahe. Aber aus Fehlern lernt man, Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche und man darf nicht alles persönlich nehmen. Sich dann mit einem Großteil dieser Leute für die Saison 2011 zusammen zu raufen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und den Spieß von komplett schief gelaufener Saison 2010 zu sehr erfolgreicher Saison 2011 zu drehen ist bis heute etwas, worauf ich sehr stolz bin. Und genau diese Leute gehören auch bis heute zu meinen engsten Freunden!

Wie hat sich die Formula Student deiner Meinung nach verändert?
Früher war mehr Basteln, heute ist das Hightech. Die Teams sind professionell organisiert, nehmen den Wettbewerb viel ernster. Manchmal habe ich Angst, dass die Leidenschaft und der Spaß auf der Strecke bleiben, wenn zu viele Leute in einem Team sind und jeder nur noch einen kleinen Teil beiträgt, anstatt dass sich alle reinhängen bis sie umfallen, aber dann sehe ich die Gesichter bei der Award Ceremony in Hockenheim und weiß, dass sich im Grunde am Kern nichts geändert hat: Leidenschaft für Motorsport und Zusammenhalt im Team sind immer noch da und das ist es auch, was dich an der ganzen Geschichte nie wieder loslässt.

Was macht die Formula Student einzigartig?
Das Gesamtpaket: viele verschiedene Studiengänge, Internationalität, Wettkampf und ein Ziel. Wer hierfür Zeit opfert und voll dabei ist, entwickelt sich fachlich und persönlich weiter und wird davon sein Leben lang profitieren. Das Engagement aller großen Unternehmen der Branche unterstreicht das.

Jana Aberham

Studiengang: Maschinenbau

Aktive Saisons: 2014-2015

Aufgaben:

  • Schaltung/Kupplung
  • Motorenprüfstand

 

 Was hat dir KA-RaceIng für dein Studium gebracht?

Im Studium lernt man sehr viel Theorie. Bei KA-RaceIng hatte ich erstmals die Möglichkeit das Wissen umsetzen zu können, selbst nach Lösungen zu suchen, zu tüfteln, zu probieren und Fehler zu machen. Wir wurden mit realen Problemen konfrontiert, für die es keine Musterlösungen in irgendeinem Lehrbuch gibt. So sammelt man praktische Erfahrungen, die einem bei neuen Herausforderungen weiterhelfen werden.
Aber auch die Messtechnik und Software, die ich am Prüfstand verwendet habe und mit welcher in der Industrie gearbeitet wird, hätte ich im Studium nie kennengelernt. Für Firmen ist das ein riesiges Plus.

Bei KA-RaceIng ist man nicht nur Ingenieur, sondern auch Mechaniker. Man mag vielleicht der Meinung sein, dass man später im Unternehmen kein Werkzeug mehr in die Hand nehmen muss; in meinem Praktikum konnte ich allerdings spüren, wie viel Respekt es einem einbringt, wenn der Mechaniker erkennt, dass der Ingenieur sich auch zur Not selbst helfen kann.

Nach zwei Jahren KA-RaceIng erlebe ich auch die Vorlesungen auf eine andere Art und Weise. Wenn man die Inhalte auf den Vorlesungsfolien an Erfahrungen knüpfen kann oder einem direkt einleuchtet, wie das neue Wissen in der Praxis angewendet werden kann, dann macht die Uni auch viel mehr Spaß!

Wann bist du zu KA-RaceIng gekommen?

Ich habe im dritten Semester angefangen. Mit meinem kleinen Vorwissen war ich skeptisch, ob ich dem Team einen großen Mehrwert bringen könnte. In der Bewerbung hatte ich angegeben, dass ich wahnsinnig motiviert bin und gut Kuchen backen kann :D

Motivation und Leidenschaft für die Sache ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die man mitbringen sollte. Alles was mir an Grundwissen fehlte, lernte ich von den erfahreneren Mitgliedern im Team. CAD-Kenntnisse hatte ich zu Beginn des dritten Semesters keine. Dann gab es für uns „Früh-Einsteiger“ CAD-Workshops, jedoch lernt man beim Machen und Ausprobieren am meisten.

Was waren deine Aufgaben?

In meiner ersten Saison hatte ich die Verantwortung für ein Bauteilpaket: die Kupplungs- und Schaltungsaktuierung. Dazu gehörte die Konzeptfindung, Konstruktion und Fertigung. Nach dem Rollout war ich Teil der Testcrew, die den KIT 14c für die Events im Sommer vorbereitete.

Das darauffolgende Jahr habe ich an unserem Motorenprüfstand gearbeitet. Dazu gehörte die Grundapplikation unseres Motorsteuergeräts und der Motoren- sowie Prüfstandsaufbau. Ich war viel am Schrauben, was mir persönlich sehr viel Spaß gemacht hat.

War es schwierig für dich mit so vielen Männern zu arbeiten?

Überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil. Viele diese Männer sind heute meine besten Freunde. Ich wurde immer respektvoll behandelt und hatte nie den Eindruck, dass ein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht wurde. Wir waren wie eine kleine Familie und haben uns gegenseitig geholfen.